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INFOS ZUM BUCH "LAUFHAUS" - ROMAN VON GEORG WEIDINGER (STAND Juli 2019):

siehe auch www.greysverlag.eu

 

                             Cover/ Georg Weidinger - HOCHAUFLÖSEND 300ppi! BITTE AUF IHREN BILDSCHIRM "RUNTERZIEHEN"!

 

 

A1-Plakat zum Runterziehen! 

 

 

TEXT SCHUTZUMSCHLAG RÜCKSEITE:

Ein Pianist und eine Prostituierte, die sich scheinbar zufällig in Wien-Favoriten begegnen, eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die 122 Jahre zurückgeht in der Zeit und durch Moldawien, Russland und Österreich streift, die Suche nach der verlorenen Schwester, die Suche nach den eigenen Wurzeln und die Magie einer Klaviersonate von Alexander Skrjabin. Georg Weidinger, Sachbuchbestsellerautor, Pianist, Komponist und Arzt, gelingt in seinem Debütroman eine feine Komposition aus Wort und Ton, eine kunstvolle Verstrickung verschiedenster Motive, die zu einem reißenden Strom aus Gefühlen und tiefer Leidenschaft werden, eingebettet in einen immer wundervoller gewobenen Klangteppich, der das Leben mehrerer Generationen auf einen ungeahnten musikalischen Höhepunkt zuströmen lässt. Einmal in den Strom hineingelesen, und das Buch wird zu einem mitreißenden „Page-Turner“! Eintauchen und genießen! www.georgweidinger.com


 

 

VORWORT DES AUTORS


Nur gleich zu Beginn, als kleine, laut hinausgebrüllte Botschaft: DIES IST KEIN TCM-BUCH! HIER SCHREIBE ICH NICHT ÜBER MEDIZIN! Ich werde schon wieder leise ...

Sie werden sich vielleicht zunächst einmal fragen: Warum schreibt ein Arzt über das Rotlichtmilieu? Darauf kann ich Ihnen eine einfache Antwort geben: Weil ich im Puff aufgewachsen bin! Antwort genug ...? Also, um genau zu sein: Mein Vater hat, als ich vierzehn Jahre alt war, ein Haus gekauft, die „Waldsauna“, ein Bordell. Dort sind wir eingezogen. Er hat zu meinem Bruder und mir gesagt: „Im oberen Stock sind elf Kabinen. Ihr könnt euch jeder zwei aussuchen, eine zum Schlafen und eine als Arbeitszimmer!“ Mein Vater hat auch den größten Teil des ehemaligen Bordells originalgetreu belassen: Die Bar mit den Barhockern und alles in rotem Plüsch, die Saunas, die sieben Klos und elf Duschen. Selbst das Leuchtschild „Waldsauna“ über dem Gartentor hat er belassen. Da noch jahrelang regelmäßig ehemalige Kunden bei uns nachgefragt haben, ob wir noch Betrieb hätten, habe ich dann auf eigene Faust, und weil es mir irgendwann doch peinlich war, zumindest das Schild weiß übermalt. Legendär waren auch die Besichtigungsrunden, die jeder Besucher meines Vaters, er war damals ärztlicher Leiter eines Spitals in Wien, über sich ergehen lassen musste. Jedes der sieben Klos, jede der elf Kabinen im ersten Stock, die elf Duschen, die beiden Saunas, das Tauchbecken, das Schwimmbad, all die Duschen mussten gewürdigt werden! Erst dann wurde man verköstigt.

Mich als Kind hat das sehr beschäftigt, in diesem Gebäude zu leben. Ich habe mir vorgestellt, wer hier gearbeitet hatte, welche Schicksale hinter diesen Kabinen verborgen waren, der eiserne Vorhang war von unserem Haus aus nur ein paar Kilometer entfernt. Somit war für mich klar, dass Schlepper vielleicht die Damen über die Grenze gebracht hatten und dann aber nicht in die Freiheit entließen, sondern zur Arbeit in Betrieben wie unserer „Waldsauna“ zwangen. Mich interessierten die Schicksale dahinter, Menschen, die so viel erlebt hatten, in all ihrer Freude, mit all ihrem Leid, abgestellt an einem Ort, wo keiner mehr hinsieht ...

Das ist der Grund für das Milieu dieses Buches. Und Sie werden bald merken, dass es darum eigentlich überhaupt nicht geht ...

Ähnlich wie in diesem Roman, übrigens meinem Erstlingswerk, musste ich im Leben viele Umwege gehen, um heute genau da zu sein, wo ich bin. Und genau da will ich auch sein! Mit meiner Frau, den Kindern, den Hunden und den Hühnern! Dieses Glück und diese Freude, die wir alle an unserem guten Leben haben, möchte ich mit Ihnen teilen. Das ist für mich die Hauptmotivation, Geschichten oder eben diesen Roman zu schreiben!

Als Kind hatte ich den Traum, „Geschichtenerzähler“ zu werden, und dann bald „Geschichtenschreiber“. In der Volksschule war ich dann schwerer Legastheniker. Als später die Rechtschreibreform für die deutsche Sprache kam, sagte meine Frau: „Du hast eh immer schon so geschrieben ...!“ Und ich hatte wunderbare Lehrer, die mich gefördert haben, in einer Zeit, wo man noch nicht viel über Legasthenie sprach. Ein Satz aus meiner Kindheit ist mir aber schon in Erinnerung geblieben, ein Satz einer Lehrerin in Deutsch: „Na, so wie DU schreibst, kannst du wohl kaum Schriftsteller werden ...!“ Dazu muss man, sie in Schutz nehmend, sagen, dass ich, um Rechtschreibfehler zu vermeiden, die ja BÖSE waren, all jene Worte in meinen Aufsätzen ersetzt habe, bei denen ich mir nicht sicher war, wie man sie schreibt, und das waren sehr viele ...! Sie können sich daher meinen Stil vorstellen ...! Heute habe ich „Word“ und warte immer, ob eine rote Welle kommt oder nicht. Wenn sie kommt, dann ändere ich die Buchstaben so lange, bis sie eben nicht mehr kommt ... Und außerdem habe ich einen wunderbaren Lektor, Gernot Koller, der mit so einer Akribie an mein Geschriebenes herangeht, dass ich immer um den Veröffentlichungstermin des Werkes bangen muss ...! Danke, Gernot!

In diesem Zusammenhang möchte ich meinem Klassenvorstand und Deutsch- und Französischlehrer im Schottengymnasium, Professor Dr. (und ich weiß gar nicht, wie viele Doktortitel ...) Friedrich Wally herzlich danken, dass er mich so großartig all die Jahre unterstützt hat! Soviel ich weiß, hatte er selbst eine Legasthenie-Anlage, zumindest nach seinen Auftritten an der Tafel zu schließen ... Ihm wird gar nicht bewusst sein, wie wichtig er für mich in diesen Jahren war, ich, der schüchterne Klavierspieler vom Land – und selbst das Klavierspielen und Komponieren habe ich vor den anderen verheimlicht –, der morgens mit dem Postbus aus der Provinz in die große Stadt Wien, in den ersten Bezirk gefahren kommt. Ich kann mich an eine einstündige Französischschularbeit in der ersten Stunde im Winter erinnern: Es hatte geschneit und der Postbus Verspätung. Vollkommen aufgelöst und abgehetzt schaffte ich es um halb neun ins Klassenzimmer, die Schularbeit schon dreißig Minuten am Laufen mit noch zwanzig Minuten Zeit. „Clown“ (ja, das war WIRKLICH sein Spitzname ...) teilte mir in aller Ruhe die Schularbeit aus und sagte: „Jetzt beruhige dich erst einmal und mach einfach, was noch geht.“ Ein bisschen was habe ich auf den Zettel geschrieben und habe später auf diese Arbeit ein „Gut“ bekommen, für mich bis heute vollkommen unverständlich! So war Professor Wally. Er wusste, worum es WIRKLICH ging. Als er dann später Direktor des Schottengymnasiums wurde, wird er wohl ein bisschen was von der Strenge abgeschafft haben ... Professor Friedrich Wally kommt in diesem Buch als Professor Friedhelm Wendel vor, um ihm meine Hochachtung und meinen Respekt zu zollen.

Wichtig in diesem Zusammenhang: ALLE Charaktere des Buches sind frei erfunden! Es findet sich auch überhaupt nichts Autobiographisches in diesem Buch außer eben, dass ich auch Klavier spiele und am Konservatorium der Stadt Wien studiert habe! Man soll ja über Dinge schreiben, bei denen man sich auskennt. Darum auch der zehnte Bezirk am Anfang des Buches, in dem ich genau in der Hasengasse 31 jahrelang meine TCM-Praxis hatte!

Ich habe bisher sechs Sachbücher geschrieben, die ich auch fleißig mit meiner eigenen Geschichte und eigenen Erfahrungen und Erlebnissen gespickt habe. Überspitzt formuliert komme ich zu der Erkenntnis, dass der Unterschied zwischen Sachbuch und Roman der ist, dass man beim Sachbuch die Wahrheit schreibt, während man beim Roman lügen darf ... 

Jede Ähnlichkeit mit noch lebenden Personen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt! Ich habe mich aber tatsächlich an Biografien von Personen der Musikgeschichte orientiert, so wie ich es selbst am Konservatorium der Stadt Wien gelernt hatte. Alles, was biographische Eckdaten übersteigt, ist erfunden! Dasselbe gilt für Gebäude und Adressen. Zum Beispiel wird in dem Roman das heutige Gedenkmuseum für Alexander Skrjabin gleich auch zu dem Nachbau des auf gleichem Grund tatsächlich abgerissenen Geburtshauses.

Was ich aber schon gemacht habe, ist, Schlüssel in den Text einzubauen, die für bestimmte Menschen gelten, die diese auch erkennen werden, ähnlich wie Skrjabin das in diesem Roman mit seiner Musik gemacht hat.

Ich bin an das Schreiben dieses Romans wie ein Musikkomponist an eine Komposition herangegangen. Viele anfänglich scheinbar unbedeutende Motive wachsen im Laufe der Geschichte zu großen Melodien, die dann vor allem in der „Durchführung“, dem zweiten Teil des Buches, verarbeitet werden. Die „Reprise“, der dritte Teil des Buches, vereint scheinbar widersprüchliche Motive zu einem großen Ganzen ...

Zu guter Letzt noch die Bitte: Ich publiziere im Eigenverlag und es ist sehr schwer, auf dem bestehenden Buchmarkt als unabhängiger und nicht gesponserter Verlag zu überleben. Falls Ihnen das Buch gefallen hat, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie ein paar Zeilen auf den modernen Plattformen wie Amazon oder Thalia oder Weltbild schreiben könnten. Sie helfen mir dadurch sehr und motivieren mich, weiterzumachen!

Ich hoffe, ich habe Sie nun etwas neugierig gemacht. Ich wünsche Ihnen viele wunderbare Stunden beim Eintauchen in diese fantastische, wenn auch anfangs vielleicht irritierende Welt meiner Fantasie!

Ihr Georg Weidinger, Forchtenstein, 8. April 2019



AUSSCHNITT AUS DEM BUCH -

SEITE 29 f.:

Alfred hatte den kleinen Park erreicht, der versteckt zwischen den Wohnbauten lag. Hier nahm man den Verkehr als beständiges Hintergrundbrummen war. Fast schon meditativ. Fast schon Geborgenheit vermittelnd. Also für einen an Stille gewöhnten Klavierspieler. Alfred wickelte seinen Mantel fester um sich und nahm auf einer der wenigen Parkbänke Platz, die um eine kleine Wiesenfläche angeordnet waren. Hierher kamen um diese Zeit vor allem Hundebesitzer, um ihren Hund nachtgerecht noch gut zu entleeren. Die Wiese entsprechend mit Hundekot übersät. Der „Sackerl fürs Gackerl“-Automat davor zumeist unbenutzt und ignoriert. Vielleicht würde er später noch zu dem nahen Supermarkt gehen, sich ein kleines Festessen kaufen. Irgendetwas sollte diesen Tag doch noch besonders machen! So einfach dürfe man seinen vierzigsten Geburtstag doch nicht verstreichen lassen, dachte Alfred. Es war ein lauer Herbstabend. Der Föhnwind hatte den ganzen Tag den Bezirk durchblasen. Der Gestank von der Hundewiese an diesem Abend kaum wahrnehmbar. Vielleicht einer der letzten Abende, wo man draußen noch entspannt sitzen konnte ohne zu frieren.

Alfreds Gedanken schweiften zum ersten Satz der dritten Skrjabin-Sonate, die er gerade in Arbeit hatte. Das markante Quart-Motiv des Anfangs, Fis-Moll, forte und unnachgiebig, „drammatico“, gemütsschwer und kraftvoll, russische Melancholie, kompromisslos humorlos, besetzte seine Aufmerksamkeit. Seine Finger im Schoß bewegten sich unbemerkt zur Musik im Kopf. Wie ein Schleier setzte sich die Musik auf seine Wahrnehmung. Wie von selbst folgte sein Geist jeder einzelnen Note des Satzes. Die Zeit bekam eine andere Dimension, verlor sich in der vorwärtstreibenden Rhythmik des Fis-Moll-Motivs, weiter in die Tiefen skrjabinscher Harmoniemodulationen, weiter hinein in die zum Entstehungszeitpunkt des Werkes klare Gefühlswelt des Komponisten, beheimatet in einer tiefen russischen Seele, welche sich im Laufe der Jahre noch verirren sollte. Der Sog dieser Klangwelt für Alfred magisch und selbst verschlingend, ein Sog weg aus der realen Welt der nach Hundekot duftenden Hinterhofparklandschaft des Wiener Arbeiterbezirks.

Aus dem rechten Augenwinkel nahm Alfred eine Bewegung war. Zwei Bänke weiter saß jemand. Wie lange schon, konnte Alfred nicht sagen. Wieder hatte er die Zeit verloren, wieder seine Armbanduhr zu Hause vergessen. Er legte sie nie an, die Armbanduhr. Sein Handgelenk musste frei sein. Die Uhr schnürte ihn ein, und so steckte er die Armbanduhr normalerweise in den Hosensack, wenn er die Wohnung verließ. Nahm sie auf vom Boden links neben seiner Klavierbank und ließ sie in seinem linken Hosensack verschwinden. Alfred war Linkshänder. Seine Welt ging von links aus. Er drehte den Kopf leicht nach rechts. Eine junge Frau, etwas zu stark geschminkt, saß dort. In einen dicken Mantel gehüllt, ein offenes Buch auf ihrem Schoß, verkehrt, also der Einband nach außen gekehrt. Zu weit weg, als dass Alfred den Titel hätte lesen können. Gedankenverloren starrte sie vor sich hin. Sie dürfte ihn, Alfred, gar nicht bemerkt haben, in ihrer eigenen Gedankenwelt verloren. Im Licht der Parklaterne, welche schräg links hinter ihr stand, konnte Alfred ihr Profil erkennen: braune Haarlocken blickten unter der Wollhaube hervor, umspielten das schmucklose Ohr. Die flache Nase zeigte zu volle oder vollgeschminkte Lippen eines Mundes mit leichtem Vorbiss über einem leicht fliehenden Kinn. Die Zartheit der Makel machte sie wunderschön, dachte Alfred. Die dick aufgetragene Schminke versuchte genau das zu verbergen. Alfred schätzte sie auf Anfang zwanzig. Ihr leerer Blick passte irgendwie nicht zu dem Gesamteindruck, den Alfred erfasste. 

Wieso überhaupt erfasste er diese junge Frau? Während Alfred noch in russischer Seele gefangen war, wirkte sie wie die Inkarnation genau dieser Gefühlswelt. Alfred war irritiert. Das mit den Frauen immer schon sehr kompliziert bei ihm. Immer war er schnell beim Verlieben gewesen. Meist endete es dramatisch. Die zwei längeren Beziehungen, die er gehabt hatte, hatten ihn geprägt. Er war nun allein und das war gut so. Seit einem Jahr allein versuchte er wieder Klarheit in sein Leben zu bekommen. Die Musik war nun einmal immer an erster Stelle gekommen. „Die Musik dein Sargnagel, das Klavier dein Sarg!“ So hatte es Clara ausgesprochen. Er hatte sie ein Jahr lang nicht mehr gesehen, das Hin und Her nicht mehr ertragen. Eine Beziehung soll einen doch glücklich machen, oder nicht? Glücklich waren sie beide nicht gewesen, eher wie zwei Ertrinkende, die sich aneinander festhielten. Ihr Sargnagel die Malerei. Dritter Wiener Gemeindebezirk. Landstraße. Seit einem Jahr waren der zehnte und der dritte Bezirk nicht mehr miteinander verbunden. Für sie beide nicht. Der Gedanke an sie tat noch weh. Sie hatte ihm keine SMS zum Geburtstag geschickt. Gut so.

Jetzt tat sich etwas in seinem rechten Augenwinkel. Die junge Frau stand auf zum Gehen. Schlanke Figur, altmodischer Strickmantel in Grau. Sie drehte sich nach rechts und ging los. Was sollte er tun? Einfach sitzen bleiben und Skrjabins Gefühlsinkarnation ziehen lassen? Ohne weiter darüber nachzudenken stand Alfred auf und folgte ihr, langsam, mit Abstand. Sie hatte es nicht eilig. Ihre Füße steckten in weißen Moonboots, von der einfachen Plastikvariante, wie sie Alfred sicherlich zwanzig Jahre lang nicht mehr gesehen hatte. Wunderbar warme Schuhe mit fehlendem Fußbett für fehlenden Halt, weshalb man wahrscheinlich von dieser Art Schuhwerk wieder abgekommen ist. Zu gefährlich auf Dauer für den gesunden Fuß. Zuchtstätte von Fußpilz, Schweiß- und Senkfuß. Gesundheit der Kult der letzten Jahre. Marketingkult. 

Mittelgroß war sie für eine Frau, dachte Alfred. So wie er mittelgroß war für einen Mann. Für einen Beobachter hätten sie wohl merkwürdig ausgesehen, diese zwei Traumwandler in traumwandlerischem Schritt mit konstant etwa dreißig Metern Abstand zwischen ihnen, wie sie so in aller Langsamkeit durch die menschenleeren Gassen wandelten. Doch Beobachter gab es in dieser Gegend nicht. Die Grundeinstellung des Bezirks: wegschauen! Zumal sie sich immer mehr den dunkelsten und verruchtesten Winkeln des Bezirks näherten. Alfred dachte nicht weiter darüber nach, wo er war. Zu gut kannte er jeden dieser Winkel von seinen stundenlangen Wanderungen durch den Bezirk. Aber was er da tat, irritierte ihn immer mehr. Er ging ihr nun schon etwa eine Viertelstunde nach. So etwas hatte er noch nie getan. War er nun unter die Stalker gegangen? Doch er hing fest an ihr, wie an einem unsichtbaren Faden. Sie schien es nicht zu bemerken oder es war ihr gleichgültig, zumal seine Verfolgung nicht wirklich unauffällig war. 

...


SEITE 271 f.:

Am Freitag, den elften November 1983 veränderte sich alles. Der große Saal im Musikverein war bis auf den letzten Platz besetzt. Eva saß mit ihrem Mann Peter ganz vorne, in der siebenten Reihe links, Platz zwölf und dreizehn. Die Eltern Adalberts, schon betagt, waren extra aus Prag angereist. Sie saßen vier Reihen hinter Peter und Eva, schräg rechts dahinter. Frau Mankovski winkte Eva. Kannte sie seit Jahren von vielen Schülerkonzerten, Klassenabenden ihres Sohnes, zu denen sie immer extra angereist war. Eva winkte zurück. Beide Frauen lächelten sich wissend an. 

Adalbert trat auf die Bühne. Tosender Applaus für den etwas verloren wirkenden langen, dünnen Pianisten mit seinen blonden, krausen Haaren. Er verbeugte sich, nahm an dem Bösendorfer-Imperial-Flügel Platz, rückte noch in aller Ruhe seine Klavierbank zurecht, legte sich links von dieser, Adalbert war Linkshänder, ein kleines weißes Schweißtuch, Format A5, einmal in der Mitte gefaltet, zurecht, dann links neben das Schweißtuch noch seine nicht tickende Armbanduhr, und nochmals links davon die Brille, rückte nochmals die Bank zurecht, wippte auf dieser noch ein bisschen hin und her wie einst Boris Becker auf seinen Beinen vor dem Aufschlag, ritualisiert auch das Auflegen aller zehn Finger auf die Tasten, zunächst auf die schwarzen, dann auf die weißen, wie eine Begrüßung an das Klavier, und begann sein Rezital mit dem Präludium aus Hindemiths Ludus tonalis von 1942. 

Dem Präludium folgte in unendlich sanften Tönen die zarte und zerbrechliche Fuga prima in C. Ohne Vorwarnung und beinahe ohne abzusetzen, vielleicht eine Sekunde, folgte das Präludium in C-Moll sowie die dazugehörige Fuge in C-Moll aus dem ersten Teil des Wohltemperierten Klaviers von Johann Sebastian Bach. 

An den Zwischenhustern und den Räusperern war leicht zu erkennen, dass Adalbert das Publikum noch nicht in seinen Bann gezogen hatte, zumal die Kombination aus Hindemith und Bach alles andere als populär beim Bildungspublikum war, nicht populär, weil ungewohnt. 

Noch zwei weitere Stücke aus dem Ludus tonalis, noch ein weiteres Präludium und eine weitere Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier, diesmal aus Band zwei, wieder in C-Moll. 

Dann stand Adalbert auf. Verhaltener Applaus. 

Dann Evas Lieblingsstück, das er extra für sie spielte, Franz Schuberts Impromptus Opus 90, Nummer eins, Allegro molto moderato. Wieder in C-Moll. Bei dem fast zu lauten Anfangsklang „C“ zuckte das Konzertpublikum regelrecht zusammen. 

Aldalbert wusste sehr gut, dass die meisten anwesenden Besucher heute all die Stücke in- und auswendig kannten und am liebsten hätten, dass man als Interpret genau so das Stück zum Klingen brachte, wie man es gewohnt war und jedem im Ohr. Das Publikum beschäftigte sich ja nicht mit den Noten, sondern kaufte Aufnahmen und verglich. Legitim, aber nicht immer Maß aller musikalischen Dinge, da jeder Interpret sich vor einer Aufnahme einmal die anderen bereits existierenden Aufnahmen durchhörte und dann direkt auf diese reagierte, sodass oft mehr die vorbestehenden Aufnahmen eines Werkes die Neuaufnahme bestimmten als die Noten und was darin geschrieben stand. 

Nicht so bei Adalbert. Ihn interessierten Aufnahmen gar nicht. Er wollte direkt mit dem Komponisten über das Werk reden und das ging am besten mit den Noten. Beim Einstudieren sprach Adalbert auch regelmäßig mit dem im Geiste anwesenden Komponisten, fragte ihn dies und das und schlug ihm Verschiedenes vor. Adalbert war dann so in seiner Welt, dass er diese Form der Realität als vollkommen real beschreiben würde. Eva kannte das von jeher bei ihm. Eva kannte es nicht anders bei ihm. 

Eva fand Adalbert nie verschroben. Eva empfand Adalbert oft als die Inkarnation der Musik selbst. So auch in diesem Moment. Eva zuckte bei dem C nicht zusammen. Eva ließ das C hinein. Bei den nächsten sanften Tönen – einzelne Töne, nicht viele, viel Platz dazwischen – hatte er es, das Publikum. Sie klebten mit ihren Augen an seinen Fingern, falls es der Blickwinkel des Platzes zuließ, und mit den Ohren an den Klängen. 

Alfred hatte während des Spiels immer seine Augen geschlossen. Aber bei dem Stück mussten seine Augen an geeigneter Stelle die Augen seiner Liebsten suchen. 

Plötzlicher Blick nach rechts ins Publikum in die Reihe sieben zum Sitz Nummer zwölf – Adalbert hatte kurz vor dem Konzert zwischen den Vorhängen das Publikum nach ihr abgesucht und neben ihrem Mann Peter, er rechts von ihr, gefunden – direkt in ihre Augen. Keiner dachte daran, dass Adalbert schwer kurzsichtig war und ohne Brille kaum mehr als zwei Meter halbwegs scharf sehen konnte. Keinem war bewusst, dass Adalbert Eva in der Realität des Musikvereinsaals in diesem Moment gar nicht hätte sehen können. 

Er sah sie trotzdem, wie sie dort saß, weil er sie immer sah, weil er immer zu jedem Bild der Welt ihr Antlitz noch dazu addierte. Dann war er ruhig, dann war er bei sich. 

Also: Blick Adalberts nach rechts „in Evas Augen“ – daraufhin Blick ihres Mannes in Evas Augen und Blicke von noch ein paar hundert Menschen, die sich extra streckten, um den Schnittpunkt von Adalberts Blick mit einer Person in der siebenten Reihe links zu sehen, ganz wichtig für den Tratsch danach. Drei Sekunden später, synchronisiert durch Adalberts Klavierspiel, wanderten alle Blicke wieder nach vorne. 

Stück zu Ende. Stille. Erst dann tosender Applaus. Man hatte erwartet, dass Adalbert das ganze Opus 90 spielte. Der wahre Kenner brauchte ja kein Programm. Erkannte sowieso am ersten Ton, was denn nun für ein Stück folgen würde. Jetzt sollte der Rest von Opus 90 folgen: zweites Stück Allegro, drittes Stück Andante, viertes Stück Allegretto. Adalbert gehorchte nicht. Egal. Applaus. 

...

 

 

 

INFOS ZUR CD "LAUFHAUS - BUCHMUSIK" (STAND JULI 2019):


 HOCHAUFLÖSEND! BITTE AUF IHREN BILDSCHIRM "RUNTERZIEHEN"!

 

 

LAUFHAUS – BUCHMUSIK

 

Entsprechend dem Verlauf des Romans „LAUFHAUS“ von Georg Weidinger bildet die Live-Aufnahme des Konzerts vom 11. November 1983 im Großen Musikvereinssaal, gespielt von Adalbert Mankovski, einen Teil der CD. Im anderen Teil hört man Alfred Kovalski am Klavier mit Chopin, Satie und Kovalski und zwei seiner Kompositionen für Orchester ...

 

Die Audio-CD „LAUFHAUS-BUCHMUSIK“ fügt den Worten des Romans und Ihren persönlichen Bildern im Kopf noch den Original-Soundtrack dazu. Dabei ist Georg Weidinger Interpret am Klavier von Werken von Alexander Skrjabin, Franz Schubert, Eric Satie, Frédéric Chopin und Georg Weidinger, und er ist Komponist der Melodien des Romans, wie dem „Aurelia-Motiv“, sowie der Orchesterklänge.

Im beigefügten Booklet sind die Querverbindungen des Romans mit den jeweiligen Musikstücken ausführlich dargestellt.

Georg Weidinger schafft mit dem Großprojekt LAUFHAUS das, wovon der Komponist Alexander Skrjabin, der eine große Rolle sowohl in dem Roman als auch auf der Audio-CD spielt, geträumt hat: Die Verschmelzung der Musik mit verschiedensten Sinneseindrücken und Wahrnehmungen, das Auflösen im Strom der Zeit ...

 

Beispiel aus dem Booklet:

 

„Und ratet mal, wie die CD heißen wird?!“, fragte Alfred in die Runde. „LAUFHAUS!“, alle unisono. Alle lachten. (Buch Seite 428)

 

„LAUFHAUS“, CD herausgebracht von Alfred Konvalski und Adalbert Mankovski, erschienen am 23. September 2020 anlässlich ihrer gemeinsamen Europa-Tournee.

 

 

Ich verlor sie. Ich habe sie nie mehr wiedergesehen. Hoffentlich ging es ihr gut in Amerika. Hoffentlich haben ihre Mutter und sie das Glück endlich gefunden! Jeden Abend vor dem Schlafengehen bete ich für sie. Ich hatte bis zu Aurelias Abreise nie regelmäßig gebetet. Seit sie weg war, betete ich jeden Abend, bete noch heute jeden Abend still vor mich hin, dass es ihr bitte, lieber Gott, gut ginge. (Buch Seite 150)

 

 

 

1.    Alfred Kovalski, Aurelia in Amerika ...?!, 5:51



Georg Weidinger . LAUFHAUS - BUCHMUSIK

1.) Georg Weidinger, Game 1.7, 5:51

2.) Franz Schubert, Impromptus Op. 90, Nr. 1, live, 9:53

3.) Georg Weidinger, Sonata in B, III: Presto furioso, live, 4:45

4.) Alexander Skrjabin, Sonate Nr. 3, I: Drammatico, live, 7:34

5.) Alexander Skrjabin, Sonate Nr. 3, II: Allegretto, live, 3:40

6.) Alexander Skrjabin, Sonate Nr. 3, III: Andante, live, 5:58

7.) Alexander Skrjabin, Sonate Nr. 3, IV: Presto con fuoco, live, 10:59

8.) Georg Weidinger, Gayatri-Mantra, 1:35

9.) Georg Weidinger, Aurelia-Motiv, 1:56

10.) Georg Weidinger, Naino dear elf, 3:17

11.) Frédéric Chopin, Prélude Op. 28, Nr. 4, 2:00

12.) Erik Satie, Gymnopédie Nr. 1, 2:30 

13.) Georg Weidinger, Symphonie Nr. 1, II: Pace della memoria, 13:29

total time 73:50 minutes

 

 

 

 

 

INFOS zum BUCH "DER KLANG DER MITTE - Geschichten eines musikalischen Chinesenarztes" (STAND März 2019):

ERSCHEINT AM 26. April 2019 als Hardcover und E-Book. Gleichzeitig erscheint die Musik "Der Klang der Mitte" digital.

 

 

VORWORT

2010 schrieb ich mein Buch „Die Heilung der Mitte“. In diesem Buch hatte ich meinen Schreibstil gefunden: Mit persönlichen Worten und mit Beispielen aus meiner Praxis und meinem eigenen Leben wollte ich Interessierten die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) näher bringen. 2011 begann ich in diesem Stil für die Zeitschrift „Ursache & Wirkung“ eine Kolumne zu schreiben. Nach den geplanten vier Artikeln war ich dann auf einmal fix dabei, und so schrieb ich über die Jahre viele Artikel, welche einen großen Bogen spannten, immer mit dem Hintergedanken, diese einmal als Bestandteil eines Buches zu veröffentlichen. Aus der Überlegung heraus, TCM-Interessierte und unsere Patientinnen und Patienten am Laufenden zu halten, begann ich 2016 einen Newsletter einmal wöchentlich, jeweils am Montag, per E-Mail auszusenden. Vor allem ging es darum, bekannt zu geben, ab wann wir wieder neue Patienten in unserer Praxis aufnehmen konnten. Aus diesem Zweizeiler (anfangs so etwa: „Leider können wir noch immer keine neuen Patienten aufnehmen. Aber vielleicht sieht es bald anders aus ...! Ich halte Sie am Laufenden!“) wurde daraus mit der Zeit, vor allem auch, um die aufgeheizten Gemüter zu beruhigen, weil es noch immer keine Termine gab, eine Art humoristisches Tagebuch der Familie Weidinger in Forchtenstein im Burgenland mit einem weisen Spruch für die Woche am Ende. Da ging es dann nicht nur um Chinesische Medizin oder Yoga, sondern auch und vor allem um die üblichen Fragestellungen und Streitereien in einer Familie und auch um die Musik und vor allem darum, sich etwas davon für sich selbst mitnehmen zu können und Stoff zum Nachdenken für die ganze Woche zu haben. Da es bald ein bis zwei Stunden pro Woche in Anspruch nahm, die Newsletter-Adressliste aktuell zu halten, wurde 2017 aus dem Newsletter die „Montags-Kolumne“ auf Facebook, wie Sie sie heute noch einmal die Woche auf https://www.facebook.com/GeorgWeidinger lesen können. 

Nun ist das vorliegende Buch eine Reise durch unsere letzten sieben Jahre, mit meinen schönsten Artikeln aus „Ursache & Wirkung“, mit den schönsten Geschichten meines Newsletters und meiner späteren Montags-Kolumne, mit neuen Geschichten und Gedichten, mit Fragen und Antworten zu so vielfältigen Themen wie „Was ist die TCM?“, „Wie viel sollte man täglich trinken?“, „Wie atmet man richtig?“, „Welche Geister gibt es in der TCM und was tun sie?“, „Wie wichtig sind Gefühle in der TCM und welche gibt es?“, „Wie nehme ich gesund ab?“, „Was ist die Tiramisutorte?“, „Was tue ich mit meinem Sicherheitsbedürfnis?“, „Wie wende ich die TCM bei Kindern an?“, „Wie bekomme ich Vertrauen in mein Leben?“ und zu noch vielen weiteren Themen aus dem Bereich der TCM, des Yoga, der (versuchten) Kindererziehung, der Hundehaltung, weiters Worte über Hermann Hesse ebenso wie über Konfuzius und Peter Rosegger, und dann noch über all die Zwischentöne, die uns tagtäglich im zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Bereich begegnen und die das wahre Leben ausmachen, mit vielen Worten, wie man vielleicht weise oder zumindest mit Humor damit umgeht. Dazu kommen dann doch viele weise chinesische und auch europäische Sprüche, die Ihnen, zusammen mit vielen stimmungsvollen Schwarzweißfotografien, ein wunderbares Lesevergnügen bereiten sollen.

Dieses Buch ist ein sehr persönliches Buch, und die Kehrseite, die sich daraus ergibt, dass ich so ehrlich und direkt über mich, meine Familie und mein Leben schreibe, haben wir als Familie leider immer wieder kennenlernen müssen. Trotzdem ist es mein Weg, den mir mein Lehrer François Ramakers gewiesen hat. Er ist vor uns gestanden und hat offen über seine Krebserkrankungen erzählt. Gerade deshalb war er so authentisch, weil er eben nicht Teile seiner selbst im Unterricht ausgeklammert hat. Es geht ja um unsere Mitte, um den Mittelpunkt unseres Lebens und um Mittel, die uns wieder in unsere Mitte bringen. Ehrlichkeit mit sich und den anderen ist dabei die Grundvoraussetzung. Es ist Teil unserer Gesellschaft geworden, dass man sich anders und besser präsentiert, als man wirklich ist, um sich besser zu verkaufen, um erfolgreicher zu sein, um den anderen keine Schwäche zu zeigen, die andere für ihren eigenen Vorteil ausnutzen könnten, um nicht angreifbar zu sein. Vielleicht ist das in unserer Gesellschaft mittlerweile überlebenswichtig. Damit ist es aber noch lange nicht richtig. Es soll in diesem Buch keinen Platz haben.

Dieses Buch ist das erste seiner Art: Ich schreibe über das, was ich weiß und was ich bin, über die Chinesische Medizin und über Yoga, mit meinem Hausverstand und meiner Erfahrung als Mediziner und Arzt der letzten mehr als 30 Jahre, mit den Erfahrungen, die ich durch meine Patientinnen und Patienten machen durfte, mit meinen Erfahrungen als Ehepartner und Vater, mit meinen Erfahrungen und Erlebnissen als Musiker. Ich zeige Ihnen meine Fotos, die vor allem in und um unsere neue Heimat Forchtenstein im Burgenland 2018 entstanden sind. Die Wälder, Wiesen und Felder, auf denen wir täglich ein bis zwei Stunden mit unseren mittlerweile vier Hunden unterwegs sind, geben uns die Mitte und Ruhe, die wir für unser buntes Leben brauchen. Dann sehen Sie noch, wo wir 2018 überall waren: auf der Buchmesse Frankfurt, auf der griechischen Insel Zakynthos und Camping in Podersdorf am Neusiedler See. 

Und ich zeige Ihnen meinen Klang, meine Musik. Daher finden Sie am Ende des Buches die Audio-CD „Der Klang der Mitte“, mit neuen Stücken von mir, welche ich selbst komponiert und eingespielt habe. Als Zugabe gibt es darauf noch mein Lied „Thirty minutes“, welches wiederum unser wunderbares Leben hier am Land beschreibt. „Thirty minutes“, dreißig Minuten, ist die Zeitspanne, in der ich täglich meine Frau Sandra nicht sehe, jene Zeit, in der sie Hannah in die Schule bringt und dann in unsere Praxis nachkommt, die sich mittlerweile in Bad Sauerbrunn (und damit nur mehr zehn Kilometer von unserem Wohnort entfernt) befindet, wohin ich mit dem Rad vorgefahren bin. 

All das bin ich, all das macht mich aus, all das zeige ich Ihnen. 

Es ist sehr schwer, in der heutigen Verlagslandschaft als unabhängiger nicht gesponserter Kleinstverlag, der wir sind, mit hochwertigen Büchern auf dem Markt zu bestehen. Daher unsere Bitte: Falls Ihnen dieses Buch gefällt, nehmen Sie sich kurz die Zeit und schreiben ein paar Worte darüber auf Amazon, Thalia, Weltbild und Co. 

Vielen herzlichen Dank! 

Mir bleibt nur noch, Ihnen viel Spaß beim Lesen, Ansehen und Musikhören zu wünschen. Ich freue mich, dass ich Ihnen ein bisschen meines Glückes schenken darf ...!


Ihr Georg Weidinger

Forchtenstein, 29. Jänner 2019

 

TEXT UMSCHLAG-RÜCKSEITE: 

... Hörst Du den Klang in Dir, der sich aus all Deinen Tönen bildet, den Wohlklang für die Unendlichkeit des Moments, all der Momente Deines Lebens, all der Momente mit Deinen Tränen und Deinem Lachen, mit den Schmerzen und der Verzweiflung und der reinen Hoffnung für Dich, die Deinen, für uns? Hörst Du den Klang der Mitte ...?

 Ein Sach-Geschichten-Gedichte-Foto-Musikbuch ist es geworden, dieser schwarz-weiße Band des Kultautors Georg Weidinger, bekannt durch Bücher wie „Die Heilung der Mitte“, „Der Goldene Weg der Mitte“ und sein letztes Werk „Kochbuch zur Heilung der Mitte“ (ein Gemeinschaftswerk mit seiner Frau Sandra), durch Artikel in Zeitschriften, durch Auftritte im Radio und Fernsehen, durch seine Lehrtätigkeit der Chinesischen Medizin im gesamten deutschsprachigen Raum, durch seinen Yogaunterricht und seinen Zugang zu Pranayama, der Atemführung, durch seine Musik und seine teils humoristischen, teils tief berührenden Auftritte als Pianist, Sänger und Entertainer und nicht zuletzt durch seine Facebook-Montagskolumne, die er durchgehend seit drei Jahren schreibt. Er wollte einmal all das in einem Werk vereinen, was ihn ausmacht. Und so ist es sehr bunt geworden, dieses Schwarz-weiß-Buch, bunt und lehrreich, bunt und berührend, bunt und sehr persönlich. Schwarz-weiß, um all das Unnötige wegzulassen. Bilder, Worte und Klänge wirken von sich aus und färben die Welt.

Auf der beigefügten Audio-CD „Der Klang der Mitte“ finden sich neue Kompositionen von Georg Weidinger. Sie zeigt das Klavierspiel eines reifen Tastenvirtuosen und Klangwelten eines tief emotionalen Komponisten. Das „Da capo“ (das Lied „Thirty minutes“) mit seinem persönlichen Gesang und den persönlichen Worten legt da noch ein Schippchen drauf.

 Viele schöne Stunden mit diesem einzigartigen Werk!

 

 

AKTUELLER LEBENSLAUF:

Georg Weidinger, Arzt, Autor, Dozent, Musiker, Yoga-Lehrer, geboren 1968 in Wien, wurde einem breiten Publikum bekannt durch sein Buch „Die Heilung der Mitte“, in dem er in sehr persönlicher Weise die Funktionsweise der Chinesischen Medizin erklärt und aufzeigt, wie einfach es ist, mit geänderter Lebensweise und Ernährung zur eigenen Heilung beizutragen. Seine medizinische Ausbildung erhielt er an der Universität für Medizin in Wien (Doktorat 1995), bei Dr. François Ramakers (TCM) und bei Prof. Dr. Wolfgang Kubelka (Phytotherapie), seine musikalische Ausbildung am Konservatorium Wien Privatuniversität sowie der Musikuniversität Wien in den Fächern Klavier, Komposition und Elektroakustik, Abschluss mit Auszeichnung 1996. Seine Yoga-Lehrer-Ausbildung absolvierte er bei Dagmar Shorny und Ria Hodges in der Tradition T. Krishnamacharya/Desikachar.  Als Musiker wurde Georg Weidinger bekannt mit Interpretationen von Klaviermusik des 20. Jahrhunderts sowie im Duo mit Adelhard Roidinger. Er gilt auf Grund seiner Solokonzerte am Klavier als experimenteller Keith Jarrett, dokumentiert durch zahlreiche Solo-CDs (erschienen bei Ö1, Extraplatte und auf dem eigenen Label klaviermusik.at). Seit 2002 hält er regelmäßig Seminare, Vorträge und Schulungen, ab 2012 Lehrtätigkeit für Traditionelle Chinesische Medizin bei der MedChin in Wien, seit 2015 Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (OGTCM), ab 2016 eigene Lehrgänge in Wiener Neustadt, seit 2019 in Bad Sauerbrunn.

Seine Frau Sandra und er führen gemeinsam eine Praxis für TCM in Bad Sauerbrunn und leben mit den Kindern Daniel, Lena und Hannah, den vier Hunden und den Hühnern in Forchtenstein, Burgenland, Österreich.

Weitere Informationen über Georg Weidinger finden Sie auf: www.georgweidinger.com

Weitere Informationen über die OGTCM, die Österreichische Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin unter: www.ogtcm.at

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INFOS zum BUCH "KOCHBUCH ZUR HEILUNG DER MITTE" (STAND Oktober 2018):

 

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Pressetext:

In Neustift an der Rosalia, dem von Forchtenstein eingemeindeten Bergdorf in der Nähe der Burg, leben „die Weidingers“. Dr. med. Georg Weidinger, weit über die Grenzen Österreichs bekannter Arzt, Dozent (viele TCM-Ärzte aus Deutschland und Österreich gehen in ihrer Ausbildung durch seine Hände), Autor und Musiker, fährt täglich mit dem Fahrrad nach Bad Sauerbrunn, wo er zusammen mit seiner Frau Sandra eine Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin, kurz „TCM“, führt. TCM ist eine über 2000 Jahre alte Heilkunst aus China, wobei die Akupunktur bei uns am bekanntesten ist. Viel wichtiger ist jedoch die tägliche Lebensführung sowie die Gabe chinesischer Naturmedikamente, die man weitläufig als „Kräuter“ bezeichnet. Seine Patienten sind oft solche, bei denen die Schulmedizin einfach nicht mehr weiter weiß. „Facharzt für komische Krankheiten“ nennt er sich selbst. „In der Chinesischen Medizin geht es zunächst einmal darum, zu lernen, sich selber zu helfen und zu erkennen, was im Körper schief läuft“, sagt Georg Weidinger. Die Ernährung ist ein wichtiger Teil der Hausübungen, welche seine Patienten von ihm bekommen. Sein neues Buch, das er zusammen mit seiner Frau Sandra Weidinger, Krankenschwester, Ernährungsberaterin und leidenschaftliche Köchin, verfasst hat, ist daher ein Kochbuch: „Kochbuch zur Heilung der Mitte“ (ISBN 978-3-961-11625-6), so eben erschienen und ab sofort im Fachhandel erhältlich. Hier erfährt man auch einfach, anschaulich und humorvoll, was man alles tun kann, um wieder „seine Mitte“ zu finden. Das Buch ist eine Liebeserklärung an die Rosalia, die Gegend in und um Forchtenstein. Viele wunderschöne Fotos der Gegend sowie weise chinesische Sprüche laden zum Innehalten ein und motivieren zum Nachkochen und Nachleben. 

 

Covertext Buch hinten:

2011 erschien Georg Weidingers Buch »Die Heilung der Mitte«, welches sehr schnell zum Bestseller avancierte. Georg Weidinger, bekannter Arzt, Autor und Musiker, war von Anfang an klar, dass ein Kochbuch folgen musste, um die Chinesische Medizin praxisnah anschaulich zu machen. »Gut Ding braucht Weile!«

 

Es hat nun sieben Jahre gedauert, um Rezepte zu kreieren und auf Alltagstauglichkeit zu prüfen. Seine Frau, Sandra Weidinger, gelernte Krankenschwester und Ernährungsberaterin, hat diese Geduld aufgebracht, immer mit der Vorgabe, es solle vor allem einmal sehr gut schmecken, unkompliziert zu kochen und zu backen sein und wirklich gesund.

 

Das vorliegende Kochbuch zeigt, wie im Fünf-Personen-Haushalt »Weidinger« tagtäglich gekocht wird, und das dreimal am Tag. Die 155 Rezepte orientieren sich an der traditionellen chinesischen Küche, sind vorwiegend vegetarisch, oft vegan und fast ausschließlich glutenfrei. Warum die hier dargebotene Ernährungsweise so gesund ist, erklärt Georg Weidinger im ersten Teil des Buches anschaulich und humorvoll.

 

»Die Chinesische Medizin braucht eine Anpassung an unsere westliche Welt«, sagt Georg Weidinger. Wenn man die Weisheit des alten Chinas mit den Erkenntnissen unserer modernen Welt kombiniert, entsteht eine großartige neue Medizin, und unsere tägliche Ernährung ist die Basis dafür. Wenn Kochen und Essen dann auch noch so viel Spaß machen wie in diesem Buch dargestellt, kann einfach nichts mehr schiefgehen ...!

 

Das Buch beinhaltet neben chinesischen Weisheiten, die zum Nachdenken und Träumen anregen sollen, noch zahlreiche Bilder der wunderbaren Natur in Forchtenstein im österreichischen Burgenland, der Heimat der Weidingers.

 

Viel Freude beim Kochen und Gesundwerden!

 

 


Georg Weidinger, Arzt, Autor, Dozent, Musiker, YogaLehrer, geboren 1968 in Wien, wurde einem breiten Publikum bekannt durch sein Buch »Die Heilung der Mitte«, in dem er in sehr persönlicher Weise die Funktionsweise der Chinesischen Medizin erklärt und aufzeigt, wie einfach es ist, mit geänderter Lebensweise und Ernährung zur eigenen Heilung beizutragen. Seine medizinische Ausbildung erhielt er an der Universität für Medizin in Wien (Doktorat 1995), bei Dr. François Ramakers (TCM) und bei Prof. Dr. Wolfgang Kubelka (Phytotherapie), seine musikalische Ausbildung am Konservatorium Wien Privatuniversität sowie der Musikuniversität Wien in den Fächern Klavier, Komposition und Elektroakustik, Abschluss mit Auszeichnung 1996. Als Musiker wurde Georg Weidinger bekannt mit Interpretationen von Klaviermusik des 20. Jahrhunderts sowie im Duo mit Adelhard Roidinger. Er gilt auf Grund seiner Solokonzerte am Klavier als experimenteller Keith Jarrett, dokumentiert durch elf Solo-CDs (erschienen bei Ö1, Extraplatte und auf dem eigenen Label klaviermusik.at). Seit 2002 hält er regelmäßig Seminare, Vorträge und Schulungen, ab 2012 Lehrtätigkeit für Traditionelle Chinesische Medizin bei der MedChin in Wien, seit 2015 Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (OGTCM), seit 2016 eigene Lehrgänge in Wiener Neustadt. 
Sandra Weidinger, geboren in Wien, ist diplomierte Krankenschwester, Ernährungsberaterin nach den fünf Elementen, TCM-Practitioner nach Dr. Weidinger, Lehrgangsleiterin und Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (OGTCM).

 

Gemeinsam führen sie eine Praxis für TCM in Bad Sauerbrunn und leben mit den Kindern Daniel, Lena und Hannah, den zwei Hunden und den Hühnern in Forchtenstein, Burgenland, Österreich. Wenn es die Zeit erlaubt, sitzt Georg am Klavier und Sandra an der Gitarre oder vor einer Leinwand.

 

 

Vorwort 
So viel habe ich schon geschrieben über die Chinesische Medizin und wie sie uns in unserem Leben hilft, gesund zu werden und zu bleiben. »Ja, aber wie machen Sie das?«, ist eine sehr häufig gestellte Frage an meine Frau oder mich, wenn es darum geht, wie man all dieses Wissen in der Praxis anwendet, wie man es schafft, all das im Alltag unterzubringen. Meine Frau lächelt dann meistens und beginnt schon zu reden über all die Rezepte, die sie kreiert hat, wo sie was einkaufen geht, wie viel Spaß das alles macht, weil man sich doch so gut fühlt, und auch, dass die Kinder das Essen auch lieben, während ich mich noch frage, was mit dieser Frage eigentlich gemeint ist ... Wie sollen wir das schon machen, denke ich. Täglich, nämlich morgens, mittags und abends, und wenn etwas nicht so gut passt, dann ändern wir es wieder. Dazu muss man erklären, dass meine Frau eine wunderbare, leidenschaftliche Köchin ist, ausgebildet als »Fünf-Elemente-Ernährungsberaterin«, die aber weniger gerne berät als einfach macht, nämlich kochen und dann essen, und wir alle gleich mit. Und wenn es dann eben nicht so gut schmeckt oder nicht so gut tut, sehr ärgern, kurz aufbrausen und dann bekommen die Überreste die Hühner oder die Hunde, oder wenn es ganz ungenießbar ist, die Bakterien unseres Misthaufens (und damit im Endeffekt wieder die Hühner oder die Hunde, da diese sich von uns nicht vorschreiben lassen, was genießbar ist und was nicht, der Holzzaun um den Misthaufen ist nur eine Anregung für eine kurze Turnübung ...). Ich habe eigentlich selbst auch immer gerne gekocht, aber seit meine Frau das Ruder vollends übernommen hat, lehne ich mich gerne zurück und genieße. »Ja, aber wie machen Sie das im Alltag, all das Kochen, dreimal am Tag? Wie geht sich das aus?« Genau diese Frage war der Grund vor drei Jahren, mit dem Gedanken im Kopf schon seit sieben Jahren, seit das Buch »Die Heilung der Mitte« herausgekommen ist, dass wir mit »unserem« Kochbuch begonnen haben. Und wir wollten von Anfang an, dass es wirklich unser Kochbuch wird. Der liebe Herr Christoph Ennsthaler, vom Ennsthaler-Verlag, wollte uns dann gleich einen »Food-Designer« ins Haus schicken, der todschicke Fotos von Designer-Essen macht (da sprüht man zum Beispiel auch Haarspray aufs Essen, damit es so schön glänzt ...), das Ganze in perfekt durchgestyltem Layout im Buch, nach dem neuesten (statistisch erfassten) Trend der Kochbuchpräsentation, und wir beide mitten drinnen. Die Versuche, ihm klarzumachen, dass das uns nicht entspricht und wir da eigentlich andere Vorstellungen haben, wurden dezent überhört und mit Verkaufszahlenerwartungen kaschiert. Aber das interessiert meine Frau und mich nicht. Unser Kochbuch soll wie eine Dokumentation unseres Alltages, von der kulinarischen Seite her betrachtet, sein. Und es soll ehrlich sein und direkt, so wie wir beide eben sind. Also kein Haarspray, sondern Fotos von genau dem Essen, das wir dann auch gegessen haben: Sandra hat gekocht, das Essen angerichtet, ich habe die Fotos gemacht, schnell, damit das Essen nicht kalt wird, und dann haben wir gegessen. Wenn das kulinarische Erleben nicht unseren Erwartungen entsprochen hat, habe ich die Fotos gleich wieder gelöscht. Alle Rezepte, die Sie in diesem Buch finden, wurden vor allem von meiner Frau entwickelt oder so abgewandelt, dass es für uns einfach lecker schmeckt. Jedes Rezept ist mehrfach erprobt. Ganz viel haben Sandra und ich vor allem bei den glutenfreien Sachen ausprobiert und Sandra hat auch viel verworfen (worüber sich dann vor allem die Hühner gefreut haben!). Da gab es Phasen, wo der Haussegen richtig schief hing, weil es einfach nicht gelingen wollte. Aber vor allem mit der Unterstützung der Kinder (»Reg Dich nicht so auf, Mama!«) sind wir auch durch dieses wilde Fahrwasser des Kochexperimentierens gekommen. Das große Ziel beim Kochen ist immer, dass es Spaß macht, dass es nicht zu lange dauert, dass es recht einfach zu bewerkstelligen ist, dass man keine exotischen Zutaten braucht und dass man sich nach dem Essen einfach gut fühlt. Wenn es dann auch noch die Kinder essen, ist alles perfekt! Wenn das alles erfüllt ist, wie soll sich das dann nicht im Alltag ausgehen? Ja, es braucht Zeit, täglich mehrmals am Tag zu kochen, aber die Freude, die Sie aus dem Umstand generieren, dass Sie nach dem Essen viel Kraft und Energie haben und eben nicht müde sind, macht doch das leicht wett, oder? Wir sind doch keine Masochisten, die sich täglich absichtlich durchs Leben quälen, indem wir uns das verwehren, was uns glücklich macht und schmeckt! Oder? Aller Anfang ist schwer! Denken Sie an Sport und Bewegung: Wie mühsam ist es oft, sich nach dem Winter wieder aufzuraffen und wieder mit dem regelmäßigen Laufen zu beginnen! Aber wenn Sie Ihren inneren Schweinehund einmal überwunden haben, werden Sie sich wunderbar fühlen und die Bewegung nicht mehr missen wollen. Genau so ist es mit dem Kochen. Natürlich ist es verlockend, dass Sie an allen Ecken und Enden fertiges Essen bekommen und es dann auch gleich verschlingen können, und oft auch gar nicht teuer und sooo lecker ... Aber danach ...?! Oder all die wunderbaren tiefgefrorenen oder gefriergetrockneten oder auf sonstige Weise konservierten Fertigprodukte, die man zu Hause nur schnell ins Backrohr oder in die Mikrowelle schieben oder mit heißem Wasser übergießen oder mit denen man sogar gar nichts machen muss außer sie gleich zu essen, und die viele Zeit, die Sie dadurch gewinnen, die Sie dann vielleicht müdigkeitsbedingt vor allem vor dem Fernseher oder sonst wie auf der Couch verbringen, und dann läutet der Wecker, und Sie schaffen es kaum, aus dem Bett zu kommen, geschweige denn zu frühstücken, und Sie nutzen dann lieber jede Sekunde, um noch Ihrer komaartigen Nachschlafphase zu frönen. Und wenn Sie dann endlich aufgestanden sind und die Panik über die schon fortgeschrittene Zeit über Sie hereinbricht, Sie hektisch »kopf- und shénlos« aus der Wohnung stürzen, bleibt nur noch der »Schnellbäcker« in der U-Bahn-Station oder das eiskalte Energiegetränk, um dem Körper noch irgendwie zu vermitteln, dass nun Tag ist und bitte nun das Denken einsetzen sollte ... Aber vielleicht haben Sie das alles schon weit hinter sich gelassen. Vielleicht sind Sie schon dabei, sich regelmäßig warmes Essen zuzubereiten, weil Sie vielleicht das Buch »Die Heilung der Mitte«, welches 2011 im Ennsthaler Verlag erschienen ist, schon gelesen haben, Ihnen aber langsam die Ideen für schmackhafte, einfache Rezepte ausgehen – auch dann sind Sie bei diesem Buch richtig. Und damit Sie geistig nicht allzu viel zu verdauen haben und Ihre Verdauungsleistung lieber für das gute Essen aufsparen können, gebe ich Ihnen die nötigen Informationen über gesundes Essen »auf Chinesisch« so einfach und so kompakt wie möglich! Wenn Sie durch das regelmäßige warme Essen dann schon viel überschüssige Energie haben, die Sie unbedingt zur Vertiefung all dieses Wissens verwenden möchten, werde ich Sie an gegebener Stelle auf meine anderen Bücher, vor allem auf das Buch »Der Goldene Weg der Mitte« verweisen. Wenn Sie das gelesen und verdaut haben, wissen Sie alles (einmal ...)! Und weil das Buch nun genau so ist wie wir meinen, dass es sein soll, haben wir es in unserem Eigenverlag (dem OGTCM Verlag) herausgebracht. Es ist sehr schwierig, in der heutigen Verlagslandschaft als unabhängige Autoren zu bestehen. Wenn Ihnen unser Buch gefallen hat, bitten wir Sie daher, das mit ein paar kurzen Worten auf den Plattformen der modernen Buchlandschaft (wie zum Beispiel Amazon, Thalia, Weltbild) zu kommentieren. Sie helfen uns dadurch sehr! 

Also rein ins (kulinarische) Vergnügen in der Welt der Chinesischen Medizin, rein in unsere kleine Bauernküche und unsere kleine Welt im österreichischen Burgenland! 

Ihr Georg Weidinger, Forchtenstein im Juni 2018

 

 

 

 

INFOS ZUM BUCH "DER GOLDENE WEG DER MITTE" 

HOCHAUFLÖSEND, BITTE HERUNTERZIEHEN!

 

Vorwort von Werner Lampert 

Werden wir plötzlich, mitten im Leben stehend, von Krankheiten und Leid heimgesucht, verengen sich die Lebensräume, verdüstert sich die Hoffnung, das tragende Fundament unseres Lebens, gleitet die Diagnostik der herrschaftlichen Medizin ins Ungefähre, so ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) oft jenes Licht, das uns im langen, dunklen Tunnel entgegenleuchtet. TCM ist längst bei uns viel mehr als ein Hoffnungsschimmer. Sie ist zur festen Burg für viele Kranke geworden, deren Hoffnung auf Genesung schwindet, für Menschen, die chronisch krank sind. Für sie ist die TCM ein Zufluchtsort, eine Methode, die wieder Hoffnung schafft. Aber Menschen sind nicht nur entweder gesund oder krank. Wir alle finden uns im Laufe unseres Lebens an verschiedenen Stellen des fließenden Kontinuums von Gesundheit und Krankheit wieder. So ist die TCM nicht nur Hoffnung für Menschen, die schwer erkrankt sind, sondern auch Unterstützung für jene, die den Wunsch nach Harmonisierung von Körper, Seele und Geist haben. Erst im Einklang mit Körper, Seele und Geist eröffnet sich für uns die Quelle zu unseren verdeckten Ressourcen. Wir sind als Menschen immer im Wandel, sind inneren und äußeren Veränderungen ausgesetzt und eingespannt in eine innere Polarität. Wir sind blockiert und offen, liebend und einsam, erfolgreich und erfolglos zur selben Zeit auf unterschiedlichen Ebenen unseres Seins. Yin und Yang gälte es für uns im harmonischen Gleichgewicht zu halten. Diese Prozesse begleiten uns ein Leben lang. Geraten Yin und Yang in ein Missverhältnis zueinander, äußert sich das als Krankheit, als Störung in unserem ganzheitlichen Befinden. Diese Krise dürfen wir dann als Wandlungsbeginn verstehen und nutzen. Im Chinesischen ist die „Krise“ Gefahr und Gelegenheit zugleich, Gelegenheit als Chance auf persönliches Wachstum innerhalb unseres Krankheits- und Gesundungskontinuums. Die TCM verhilft uns zur nötigen Wachheit für diese inneren Prozesse, um aus dem Leid auszusteigen und die Chance auf Veränderung zu erkennen. Die Diagnostik der allopathischen Medizin wird immer mehr zum digitalen Ereignis. Ganz anders in der Traditionellen Chinesischen Medizin, in der die Begegnung von Arzt und Patient im Mittelpunkt steht. Hier wird der Patient als Mensch gesehen, gehört, berührt und verstanden. Zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten entsteht ein Prozess, in dem der Patient zu verstehen beginnt, was in ihm tatsächlich vor sich geht: Er lernt das harmonische Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist. Diese belebende Erfahrung ermöglicht es einem, die Verantwortung für die eigene Genesung zu übernehmen. Das ist die hohe Kunst des TCM-Arztes, diesen Prozess in Gang zu setzen. Und das ist die hohe Schule, die Expertise, von Dr. Georg Weidinger. Er, ein Künstler, ist in einer Person ein großartiger und passionierter Pianist und praktizierender TCM-Arzt. Als Arzt erlebe ich ihn stets als „Heilkünstler“: klar und eindeutig in der Diagnostik, in der Begegnung vertrauensschaffend, dem Patienten eine heilende Perspektive überantwortend und in der Behandlung treffsicher. Ein Heilkünstler durch und durch. Nach unserer ersten Begegnung veränderte ich mein Leben grundlegend. Seine Einsichten öffneten mir Handlungs- und Gestaltungsräume. Ich eroberte meine Glücksfähigkeit zurück und erweiterte sie. Dies ereignete sich nicht nach langen, aufreibenden Gesprächen. Es waren treffende Worte, zielgenau, die das bisherige krankmachende Fundament zum Einsturz brachten. Aus dem Einstürzenden wuchs etwas Neues. So entstand ein neues Fundament, das mir half, die guten Anlagen auszubilden, ihnen zu vertrauen und nach meinen vorhandenen Ressourcen zu leben. Bringt man Yin und Yang in Harmonie, eröffnet das einem Menschen den Zugang zu sich selbst und seinen Möglichkeiten. Die Konsultation bei Dr. Georg Weidinger brachte mich meiner Ganzheit und meiner Gesundheit näher.


Möge das neue Buch von Dr. Georg Weidinger, „Der Goldene Weg der Mitte“, auch Sie, liebe Leserin und lieber Leser, mit auf die Reise zu sich selbst nehmen. 


Werner Lampert (www.zurueckzumursprung.at)

Salzburg, September 2017



Einleitung

Ich bin praktischer Arzt mit einer kleinen Allgemeinpraxis für Traditionelle Chinesische Medizin in Bad Sauerbrunn, einem burgenländischen Dorf, welches mit dem Zug oder dem Auto etwa fünfundvierzig Minuten von Wien entfernt ist. Hier werken meine Frau und ich, tagein tagaus, um dem Leid auf dieser Welt ein kleines Schnippchen zu schlagen. Um dieses Schnippchen ein klein wenig zu vergrößern, habe ich vor sieben Jahren mein Buch „Die Heilung der Mitte“ geschrieben. Darin finden Sie detailliert beschrieben, wie man „lieb sein kann zu seiner Mitte“. Die Werkzeuge, die ich Ihnen damals in die Hand gelegt habe, waren Ihre eigene Lebensführung, Ihre Art sich zu ernähren, Ihre Einstellung zu Stress und dem Sinn des Lebens, Ihr Schlaf und Ihr Atem. Sieben Jahre lang durfte ich beobachten, was dieses Buch alles bewirken konnte. Sieben Jahre lang bekamen wir eine Fülle an E-Mails und Briefen, die Erfahrungen mit dem warmen Frühstück, dem Regelmäßig-warm-Essen und all den anderen Empfehlungen wiedergaben. So viele Menschen haben verstanden, was ich sagen möchte, wie Veränderungen im Alltag tatsächlich den Gesundheitszustand verbessern. Viele hatten es vorher nicht geglaubt, dass „nur ein bisschen anders essen“ so viel verändern kann. „Einfache Dinge sind einfach, aber täglich!“ Das ist einer meiner Sprüche, die sich meine Patienten immer wieder anhören müssen. Machen Sie die notwendigen Veränderungen. Es sind keine großen Veränderungen, aber sie müssen konsequent und im Sinne der asiatischen Disziplin täglich vollzogen werden. Nichts passiert ohne Grund auf dieser Welt. Alles hat einen Anfang und ein Ende. Erkrankungen und Symptome haben meist einen Sinn. Sie sind uns Wegweiser durch unser Leben. Sie helfen uns, die richtigen Veränderungen im rechten Moment unseres Lebens zu vollziehen. Weil wir so und so leben, bekommen wir diese und jene Erkrankung, meistens. Ich bin Ihr Übersetzer. Ich erkläre Ihnen, was Ihnen Ihr Körper sagen möchte. Ich zeige Ihnen den Weg, den es braucht, um dem Ziel zu einem langen, glücklichen Leben, welches wir alle anstreben, ein bisschen näherzukommen. So mache ich es tagein tagaus in meiner Praxis, meine Frau immer an meiner Seite. So habe ich es in der „Heilung der Mitte“ gemacht, so mache ich es in dem nun vorliegenden Buch. Es ist Zeit für die Fortsetzung, für „Die Heilung der Mitte – Teil zwei“, für den „Goldenen Weg der Mitte“. Durch all Ihre Erfahrungsberichte weiß ich, was noch zu tun ist, weiß ich, was ich noch zu schreiben habe und welches Wissen ich Ihnen noch anvertrauen darf. Stellen Sie sich dieses Buch als eine Wanderung vor. Sie schreiten auf einem Weg, der sich zunächst noch in einer großen Stadt befindet, asphaltiert und beidseitig von hohen Häusern gesäumt. Sie gehen zu Fuß und kommen immer weiter aus der Stadt heraus. Nun finden Sie bereits Gras und wilde Blumen an den Rändern Ihres Weges. Die Häuser werden kleiner, die Menschen, denen Sie begegnen, ruhiger und entspannter, langsam erfasst die Ruhe auch Ihr Herz und Ihren Schritt. Schließlich endet der Asphalt und ein unbefestigter Weg schlängelt sich weiter durch die Landschaft. Sie gehen den Weg weiter, der Duft von Wald und Harz erfüllt Ihre Nase, die Kühle eines Waldes berührt Ihre überhitzte Haut, Ihren noch erhitzten Geist. Und dann schreiten Sie aus dem Wald heraus und finden sich in einer ganz anderen Welt wieder. Lächelnde Menschen auf Reisfeldern winken Ihnen zu und weisen Ihnen mit ihrem Nicken und freundlichen Gesten den Weg geradeaus. Sie sind im alten China gelandet. Doch Sie bleiben nicht stehen, Sie gehen weiter, zu groß ist Ihre Neugierde, was da auf Sie zukommt. Langsam erkennen Sie Ihren Weg als eine Pilgerschaft zu dem großen chinesischen Arzt Li Dong Yuan, den Sie dann auch tatsächlich in einem kleinen Dorf antreffen, einen kleinen, unscheinbaren, alten Mann, der still vor sich hin lächelt. Wie in einem Traum gibt es keine Widersprüche. Alles können Sie erfassen und annehmen, auch wenn manche Realitäten einander scheinbar widersprechen. So steht die Stadt für unsere moderne westliche Medizin, der Weg mit den Gräsern und Blumen am Rande für unsere westliche Medizin mit unseren westlichen Kräutern und schließlich das alte China für ein altes Wissen, das auch unsere westliche Welt und unsere westlichen Kräuter in einem ganz neuen Licht erstrahlen lässt. Auf einmal können wir Zusammenhänge verstehen, auf einmal begreifen wir, wo die Fäden alle zusammenlaufen. Wenn wir all das Wissen in uns aufnehmen, kann der darauf folgende Weg nur ein ganz anderer sein, ein neuer, auch wenn sich vielleicht nur die Perspektive geändert hat. Sie wissen, dass der Weg mit dem ersten Schritt beginnt. Wenn Sie das lesen, dann haben Sie diesen bereits gemacht ...

Li Gao, mit Rufnamen Dong Yuan, lebte von 1180 bis 1251 nach Christus. Es war eine dunkle Zeit Chinas, geprägt von Kriegen und Hungersnöten. Ganze Städte wurden vernichtet, unzählige Menschen unschuldig niedergemetzelt. Die Menschen litten unter rassistisch motivierten Ausschreitungen, sozialen Missständen und Naturkatastrophen, unter Hunger, Seuchen und zahlreichen Erkrankungen. Die Ärzte der Zeit waren gezwungen, neue Wege zu beschreiten, um den Menschen helfen zu können. Li Gao entstammte einer sehr wohlhabenden Familie. Von Kindheit an erhielt er eine ausgezeichnete Ausbildung, genoss den Umgang mit hochrangigen Beamten und berühmten Lehrern der Zeit. Vorgeformt war seine Karriere als angesehener, hochrangiger Beamter. Doch eines Tages erkrankte seine Mutter. Ein Arzt nach dem anderen wurde gerufen, doch keiner konnte ihr helfen. Kein Arzt konnte erklären, woran sie litt. Schließlich verstarb sie. Einschneidend muss dieses Erlebnis in der Kinderseele des Li Gao gewesen sein. Schließlich entschied er, Medizin zu studieren. Da Geld keine Rolle spielte, konnte er direkt bei Zhang Yuan-Su lernen, dem Lehrer von zweien der vier Meister der damaligen Zeit. Seine Lehre war im damals traditionalistischen China revolutionär, da sie Neuerungen forderte: „Alte und moderne Zeiten unterscheiden sich. Alte Rezepturen sind nutzlos bei modernen Krankheiten.“ Li Dong Yuan war ein guter Schüler, jedoch nicht gewillt, die Meinung seines Lehrers einfach zu übernehmen. Aber er nahm die Herausforderung an und veränderte das Gedankengebäude der Chinesischen Medizin. Bis in seine Zeit folgten die medizinischen Gelehrten der Lehre von Zhang Zhong-Jing und richteten ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf das Eindringen der äußeren pathogenen Faktoren, auf die „Infektionskrankheiten“, wie wir heute sagen würden. Li Dong Yuan hatte eine neue Idee. Er richtete seine Aufmerksamkeit auf die „innere Schädigung“. Seiner Meinung nach beginnt eine Erkrankung durch einen Schaden „innen“, was dann der Wurzel der Erkrankung entspricht. Das Eindringen des äußeren pathogenen Faktors ist nur das Symptom, der Zweig. Ist die Wurzel gesund, wird der Zweig gedeihen. Ist der Körper innen gesund, kann von außen kein Angreifer eindringen. Auf dieser Überlegung aufbauend entwickelte Li Dong Yuan seine Theorie, dass Milz und Magen, der Verdauungsapparat, die wichtigsten Organe im Körper seien und die Basis aller Funktionen des menschlichen Lebens. Die meisten Gelehrten der Zeit schenkten Milz und Magen keine weitere Aufmerksamkeit. Doch Li Dong Yuan hatte beobachtet, hatte Menschen gesehen und behandelt, die fast verhungert wären und solche, die sich in ihrem Wohlstand überfressen hatten. Seiner Meinung nach besteht Gesundheit, solange Milz und Magen miteinander in Harmonie sind. Nun leben wir heute in einer ganz anderen Zeit, wir hier im Westen, im Garten Eden. Doch Religion hat für viele Menschen keine Bedeutung mehr, und so isst man hier auch „die verbotenen Früchte“. Essen ist heute bei uns wie Papiergeld. Wenn man Papiergeld im Übermaß, ohne die entsprechenden Goldreserven, drucken lässt, verliert es an Wert. Irgendwann ist es dann nicht einmal mehr das Papier wert, auf dem es gedruckt ist. In größter Not, im Krieg und in der Nachkriegszeit war die größte Sorge, kein Essen zu haben. Diese Generation hat es geschafft, dass wir heute nicht hungern müssen. Sie hat sogar geschafft, dass wir heute Lebensmittel in Hülle und Fülle haben, wie es der Mensch in seiner ganzen Entstehungsgeschichte nie hatte. Und wie ein Bild grau wird, wenn Sie beim Malen alle Farben verwenden, so wird unser Körper schwach, wenn wir das alles hinunterschlucken. In dieser Situation nicht den Überblick zu verlieren und die Spreu vom Weizen der Lebensmittel zu trennen, ist ein Kunststück. Zu wissen, was man heute essen kann und soll, um eine gesunde Mitte zu haben, ist ein Meisterstück. Seit Li Dong Yuan hat sich die Welt sehr verändert, ebenso das, was wir heute als „Lebensmittel“ bezeichnen. Was sich nicht geändert hat, sind die Zeichen des Körpers, wenn er nicht in Harmonie ist. Unserem Körper ist es doch vollkommen egal, was es „da draußen“ an Nahrung und Trinken gibt, solange er sich gut fühlt. Die Kunst wiederum besteht nun darin, die Teile der Nahrung zu identifizieren, die schuld daran sind, dass er sich nicht gut fühlt und krank wird. Diese „Nahrungsteile“ können sich ändern, so wie sich alles auf dieser Welt ändert. Wenn wir zum Beispiel einen krankmachenden Bestandteil unserer Nahrung identifiziert haben und es konsequent allen erzählen, werden es auch die erfahren, die diese produzieren. Wenn dann keiner mehr diese Nahrung essen will, werden die Produzenten etwas Neues bauen müssen, das sie uns als „Nahrung“ vorsetzen – die Evolution der Lebensmittelindustrie. Also müssen wir darüber reden. Also muss ich darüber reden, was ich hiermit tue. Medizin ist „ausprobieren und schauen, was passiert“. So habe ich es von meinem Vater, dem Internisten, gelernt. So mache ich es bei meinen Patienten, und das seit vielen Jahren. Und die Patienten sagen mir dann, ob es, was auch immer, besser oder schlechter geworden ist. Daraus ziehe ich meine Schlüsse, und diese finden Sie in diesem Buch. Die Lebensführung mit Ihrer Ernährung, Ihrer Bewegung, Ihrem Stress und Ihrem Schlaf ist eine Sache, eine andere sind die Medikamente, die man geben kann, um die Sache zu beschleunigen, um schnell aus dem Sumpf herauszukommen, um nicht weiter unterzugehen. Einmal aus dem Sumpf draußen funktioniert alles hoffentlich wieder ohne Medikamente. Bei Medikamenten gibt es eine klare Vorgabe: „So wenig Kollateralschäden wie möglich!“ Das soll heißen: „So wenig Nebenwirkungen wie möglich!“ Wenn ich Ihnen ein Medikament anbiete, das perfekt wirkt gegen Ihre Erkrankung und dabei gar keine Nebenwirkung hat, haben wir die „eierlegende Wollmilchsau“ gefunden. Wenn Sie dann noch auf Ihre Ernährung achten und die regelmäßige Bewegung, legt sie wahrscheinlich noch mehr Eier ... Dabei sollte Ihnen egal sein, ob dieses Medikament westlich ist oder chinesisch, japanisch, indonesisch, schamanisch oder indianisch. Wenn wir heute schon Zugang zu allem Wissen haben, sollten wir dieses auch nutzen. Meistens ist es so, dass ein westliches Medikament eher mehr Nebenwirkungen hat, dafür aber oft auch gezielter und schneller wirkt, aber leider dann wieder nicht dauerhaft. Darum tun wir „Alternativ- und Komplementärärzte“ uns ja die ganze Arbeit mit „viel denken“ und „viel ausprobieren“ und „viel kombinieren“ überhaupt an. Wenn die Lösung klar am Tisch liegen würde, wäre ich der erste, der sie nimmt (und dann lieber Klavier spielen geht ...). Weil dem nicht so ist, habe ich aus meiner Erfahrung der letzten Jahre chinesische Kräutermischungen zusammengestellt, die Sie als sogenannte „W-Mischungen” (Weidinger-Mischungen) in Apotheken beziehen können. In meinem Buch „Die chinesische Hausapotheke“ beschreibe ich Ihnen genau, wie W1 bis W25 anzuwenden sind. Sie finden diese Mischungen auch auf meiner Homepage www.georgweidinger.com. Klicken Sie in der Oberzeile auf: Buch „Die chinesische Hausapotheke“. Wenn Sie hinunterscrollen, finden Sie die Mischungen aufgelistet, darunter Tabellen der verwendeten Kräuter,  eine Liste der rezeptpflichtigen Kräuter, weiter unten eine Liste  „Kräuter und Schwangerschaft“ und ganz unten all jene Apotheken, die bereits die „W-Mischungen“ als Granulat oder Tabletten rezeptfrei herausgeben. Die Mischungen W1–25 habe ich in dem vorliegenden Buch nicht nochmals genauestens erklärt, sondern verweise auf spezielle Anwendungsmöglichkeiten derselben. Wenn Sie mehr über diese Mischungen wissen wollen, sehen Sie bitte auf der Homepage nach oder in dem Buch „Die chinesische Hausapotheke“. „Der Goldene Weg der Mitte“ hat elf neue W-Mischungen und zehn Mischungen mit westlichen Kräutern. Diese Formeln und ihre wichtigsten Anwendungen finden Sie wiederum auf meiner Homepage www.georgweidinger.com, diesmal in der Oberzeile unter: Buch „Der Goldene Weg der Mitte“.

Prinzipiell brauchen Sie keinerlei Vorkenntnisse der Chinesischen Medizin, um dieses Buch lesen und verstehen zu können. Unser gemeinsamer Weg ist ein langer und bietet viel Zeit, „nebenbei“ wirklich alles zu erklären (was Kennern der Materie gleich die Möglichkeit der Wiederholung bietet). Sie werden an meiner Tendenz, immer wieder Wichtiges zu wiederholen, erkennen, dass ich unterrichte. Mit diesen Wiederholungen gehe ich bestimmt dem einen oder anderen Studenten in den Kursen auf die Nerven, kann dann aber wenigstens sicher sein, dass es alle verstanden und sich gemerkt haben! Zu meiner Schreibweise darf ich meine Patienten zitieren: „Wenn ich ein Buch von Ihnen lese, höre ich Sie reden!“ Ich schreibe so, wie ich mit meinen Patienten rede. So verstehen sie es, ich selbst aber auch. Und immer, wenn mir ein Bild vor Augen gekommen ist, habe ich es gleich gezeichnet. So finden Sie zahlreiche Zeichnungen vor, die dem Verständnis dienlich sein sollen und die Ernsthaftigkeit der Materie ein bisschen entschärfen.

So bleibt mir nur noch, Ihnen hiermit mein Buch zu übergeben (es hat mich doch viele Monate begleitet, ebenso wie meine ganze Familie ...) und Ihnen viel Freude auf dem goldenen Weg der Mitte zu wünschen! Ich hoffe, ich kann dem Leid dieser Welt nun noch ein wesentlich größeres Schnippchen schlagen ...! Viele Erkenntnisse und viel Gesundheit! 


Ihr

Georg Weidinger


Forchtenstein, 5. September 2017




Präludium

Im Anfang war die Leere. Sie ist der Ursprung von allem. Dann kam die Fülle. Das Leben forderte sie. Zunächst kam die Kraft, welche ihr eine gute Füllung war, mit all ihrem Sprießen, Wachsen und Gedeihen. Die Leere ward nie ganz verschwunden. Das wachsende Leben verleugnete sie und ließ die schlechte Fülle geschehen. Von außen und von innen strömte sie herein: anderes Leben, das den Platz der Leere für sich beanspruchte, und Abfall, welcher die Leere verbarg. So entstanden Krankheit und Tod. Das Leben strebt nach Fülle. Der Mensch strebt nach Fülle. Voll ist es, unser Leben, voll und überladen. Die Leere ist der Anfang der falschen Fülle. Doch die Leere ist auch unsere Heimat. Wer leer werden kann, wird sich von der falschen Fülle befreien, wird gesunden, und Kraft wird wieder in das Haus des Körpers einziehen ...

...


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